Hausgeburt

 

 

 

Informationen zur Hausgeburt

Die Geburt zu Hause stellt für gesunde Frauen eine Alternative zur Klinikgeburt dar. Da Frauen nach einer komplikationslosen Schwangerschaft auch eine komplikationslose Geburt erwarten können, ist es möglich, mit einem hohen Maß an Sicherheit im individuellen, privaten Ambiente das Kind zur Welt bringen.

Wir und unsere Kooperationspartnerinnen arbeiten nach den Regeln der Kunst.

Vorraussetzungen für eine Betreuung zu Hausgeburt durch unsere Hebammen:

- mindestens zwei persönliche Kontake in der Schwangerschaft pro behandelnder Hebamme zur Beuteilung des individuellen Schwangerschaftsverlaufs und dadurch zu ertwartenden Geburtsverlaufs, davon jeweils mindestens eine Vorsorgeuntersuchung

- individuelles Gespräch und spezielle Untersuchung in der 36. SSW zur Geburtsplanung

- erfolgtes Organscreening per Ultraschall

Zusätzlich empfehlen wir in der ersten Schwangerschaft die Teilnahme an einem Geburtsvorbereitungskurs in der Hebammenpraxis.

 

Kontaktaufnahme zu der Hebamme

Während der Schwangerschaft erreichen Sie die sie behandelnden Hebammen unter der jeweiligen Handynummer. Für spezielle Fragen oder  bei Schwangerschaftsbeschwerden wird Ihnen mitgeteilt, welche Hebamme Ihre Ansprechpartnerin ist.

Mit Beginn der Rufbereitschaft erhalten Sie eine gesonderte Telefonnummer. Der Bereitschaftsplan regelt welche Hebamme die Geburt leitet. Es ist daher nicht möglich für die Geburt eine "Wunschhebamme" zu äußern.

 

Vorsorge

Die Vorsorge durch die Hebamme in der Praxis richtet sich nach der Hebammenberufsordnung NRW. Wir führen alle notwendigen Untersuchungen durch, um eine mögliche Risikoschwangerschaft zu erkennen oder auszuschließen.

Die folgenden diagnostischen Untersuchungen bedürfen einer besonderen Abwägung und Aufklärung und können nicht in der Hebammenpraxis durchgeführt werden:

-Toxoplasmose

-Cytomegalie

-Parvovirus

-Varizellen

-Stoffwechseluntersuchungen

-Feindiagnostik

-Screening auf Gestationsdiabetes

-ß - Streptokokken

Falls nötig suchen Sie für diese Untersuchungen Ihren Gynäkologen/ Ihre Gynäkologin auf.

 

CTG

Eine CTG- Untersuchung während der Schwangerschaft ist laut Mutterschaftsrichtlinien nur aufgrund spezieller Indikationen empfohlen und wird auch nur unter diesen Umständen durchgeführt.

Es gibt keine Belege dafür, dass die routinemäßige elektronische Dauerüberwachung der kindlichen Herztöne einen positiven Einfluss auf die Schwangerschaft und den Ausgang der Geburt hat.

Aufgrund der gewährleisteten 1:1 - Betreuung unter der Geburt, ist es möglich zu den notwendigen Zeitpunkten die kindlichen Herztöne mittels Dopton oder Holzhörrohr zu kontrollieren.

 

Überschreitung des errechneten Termins

Es ist ein Kontakt mit den behandelnden Hebamme mindestens alle zwei Tage nötig. Damit die Geburt als Kassenleistung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, ist eine Vorsorge drei Tage über dem errechneten Termin beim Gynäkologen notwendig (Gebührenverordnung Spitzenverband GKV). Sind alle Untersuchungen unauffällig, betreuen wir Hausgeburten bis maximal zwei Wochen nach dem Termin.

 

Medizinische Maßnahmen unter der Geburt

Unsere Ausbildung befähigt uns normale Geburten zu leiten und im Notfall bestimmte Medikamente zu verabreichen und eine Erstversorgung zu gewährleisten. Des Weiteren bilden wir uns regelmäßig in Themen der Reanimation und Notfallversorgung fort.

Das oberste Ziel der Hebammentätigkeit ist eine gesunde Mutter und ein gesundes Kind. Daher kann es sein, dass die behandelnde Hebamme in der fachlichen Beurteilung der Geburt zu der Entscheidung kommt, dass weitere medizinische Maßnahmen eingeleitet werden müssen. Welche dieser Maßnahmen die Hebamme vor Ort durchführen kann und wann eine Verlegung notwendig wird, besprechen sie in einem gesonderten Aufklärungstermin. Medikamente werden nur für die Notfallversorgung mitgeführt. Nur in diesem Fall ist ein venöser Zugang nötig.

Eine PDA oder andere chemisch definierte Pharmaka können von der behandelnden Hebamme nicht verabreicht werden.

Durch die 1:1 - Betreuung unter der Geburt ist es uns möglich mit etwaigen subjektiv empfundenen Schmerzzuständen zu arbeiten, diese gegebenenfalls zu verringern und zu entscheiden, wann weitere Maßnahmen notwendig werden.

 

Verlegungen

Eingehende, körperliche Untersuchungen sind nötig um Komplikationen zu vermeiden und nur sehr selten ist eine Verlegung in die Klinik notwendig. Auf einen Transport im Rettungswagen wird nur in etwa 1% der Verlegungsfälle zurückgegriffen. Die weitere Geburtsleitung übernimmt in jedem Fall das Klinikpersonal.

 

Umgang mit dem Neugeborenen

Grundsätzlich ist es wichtig den Kontakt zwischen Eltern und Kind nach der Geburt zu fördern. Hierzu gehören das späte Abnabeln, der erste Hautkontakt und das erste Anlegen. Den Zeitpunkt der notwendigen Untersuchungen entscheidet die Hebamme situationsbedingt.

 

Vitamin - K - Prophylaxe

Vitamin K wird als Flüssigkeit über den Mund verabreicht, um die Blutgerinnung zu unterstützen. In Deutschland gilt die allgemeine Empfehlung der Verabreichung von drei mal 2mg Vitamin K oral. Alternativ kann eine niedriger dosierte ölige Lösung Vitamin K mit einer täglichen Gabe über 12 Wochen verabreicht werden.

Es ist möglich die erste Gabe Vitamin K oral zuhause zur U1 zu geben.

http://www.gaed.de/informationen/merkblaetter/vitamin-k-gabe-bei-neugeborenen.html

http://www.dgkj.de/wissenschaft/stellungnahmen/meldung/meldungsdetail/vitamin_k_prophylaxe_bei_neugeborenen

 

Wochenbett

Die Betreuung im Wochenbett wird in den meisten Fällen durch eine der mit uns kooperierenden Hebammen der Hebammenpraxis gewährleistet. In Ausnahmefällen ist eine Betreuung durch eine externe Nachsorgehebamme notwendig.

Die Anzahl der Besuche richtet sich nach dem Bedarf von Mutter und Kind. Diese beinhalten körperliche Untersuchungen zur Beurteilung von Vitalität und Rückbildung. Die behandelnde Hebamme überwacht den physiologischen Wochenbettverlauf und verweist bei Notwendigkeit an den Gynäkologen oder Kinderarzt.

 

Vertretung Wochenende

Für notwendige Wochenbettbesuche am Wochenende arbeiten wir und die mit uns kooperierenden Hebammen nach einem praxisinternen Bereitschaftsplan.

Im Notfall wenden Sie sich bitte immer an Ihren Gynäkologen, Kinderarzt oder die Notdienststelle.